5.Mai 2024

45°C und kein Trinkwasser

202419

Hochbetrieb am Brunnen

 

Auf dem Treffen der „Piélagruppen“ wurde auch das Bild von den Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Trinkwasser deutlicher. Alle burkinischen PartnerInnen berichten davon. Grund dafür ist das Zusammentreffen verschiedener missgünstiger Umstände. Auslöser ist die Verdreifachung der Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen. Das Wassernetz in Piéla ist nicht darauf ausgelegt. Es gibt zu wenige Brunnen und Wasserstellen. Dazu kommt, dass die Förderkapazität der vorwiegend von Hand betriebenen Brunnen begrenzt ist. Mit einer Handpumpe können etwa 350 Menschen am Tag ihren Bedarf decken. Das Wasser des außerhalb liegenden Stausees oder weiter weg liegender Brunnen wird nicht genutzt, da der Weg dahin zu gefährlich geworden ist. Im Moment wird vermutlich mehr Wasser entnommen als in die unterirdischen Grundwasserspeicher in 70-80 m Tiefe nachfließen kann.

Auf dem Yenfaabimagelände sind beide Brunnen ununterbrochen in Betrieb. Die solar betriebene Pumpe (zum Glück erst kürzlich durch eine leistungsstärkere an die tatsächlichen Erfordernisse angepasst) läuft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Am handbetriebenen Brunnen, der auch nachts genutzt wird, übernachten die Menschen, um ihren Platz in der Warteschlange nicht zu verlieren.