L. G. mit seinem Vater
Aufklärung ist ein wichtiger Teil der Arbeit von Yenfaabima. Nur langsam verbreitet sich das Wissen, dass psychische Störungen behandelbar sind und nicht in gesellschaftlicher Isolation und einem menschenunwürdigen Dahinvegetieren enden müssen. Immer wieder gibt es Fälle wie den von L. G., den uns Timothée Tindano in seinem Bericht schildert.
„L. G. wurde von einem ehrenamtlichen Gesundheitshelfer im 27 km von Piéla entfernten Dorf Kolikouomi ausfindig gemacht, in einer Strohhütte eingesperrt und sehr unruhig. Deshalb wurde er von seinen Angehörigen an Händen und Füßen festgebunden.
Innerhalb der Familie gingen die Meinungen auseinander: Einige Angehörige wollten ihn in ein Gebetszentrum bringen, andere befürworteten eine psychiatrische Behandlung. Der Freiwillige konnte in Übereinstimmung mit dem Dorfrat und dem Familienoberhaupt den Patienten schließlich mit Hilfe einiger Familienmitglieder zu Yenfaabima bringen. Dort wurde eine psychische Störung sowie Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit Epilepsie diagnostiziert. Nach 4 Tagen hatte sich sein Zustand deutlich verbessert.
Die Familie wurde umfassend aufgeklärt. Wir möchten dem ehrenamtlichen Gesundheitshelfer ausdrücklich für seinen mutigen Einsatz und sein großes Engagement danken.“