Tankpari Guitanga
Im Rahmen des Jahresfestes der Diakonie Stetten am vergangenen Sonntag hielt Andreas Stiene den Vortrag „Von der Anstalt zur Diakonie“. So unterschiedlich die Ansätze und Rahmenbedingungen von Diakonie und Yenfaabima auch sind – hier eine „Anstalt“ zur stationären Aufnahme, dort eine ambulante Versorgung – ist es doch erstaunlich, welch große Gemeinsamkeiten zu finden sind.
Dr. Georg Friedrich Müller begann 1849 in Riet bei Vaihingen als Einzelperson die Arbeit, die 1859 zur „Heil- und Pflegeanstalt für schwachsinnige Kinder und Epileptische“ in Stetten wurde. Tankpari Guitanga begann um 2008 als Einzelperson, sich um die „gaada“, die „Verrückten“ zu kümmern, woraus 2015 der „Verein für die Versorgung psychisch und epileptisch erkrankter Kinder“ entstand. Beide Organisationen erweiterten in der Folge ihre Zielgruppe auf alle Altersgruppen und änderten entsprechend den Namen.
Beide Organisationen mussten/ müssen gegen massive Vorbehalte angehen. Der Kontakt mit epileptisch Erkrankten galt hier wie da als ansteckend und wurde auf dämonisches Wirken zurückgeführt. Spenden („Liebesgaben“) sind eine tragende Säule der Arbeit. In Burkina sind das – wie früher in Deutschland – auch mal ein Sack Getreide, Kleidung oder Decken.